Temple Tasting in Angkor
Sagesex ist immer für Dich da, wenn es gilt, die besten Dinge der Welt zu ermitteln. Wie alle anderen Dinge müssen auch alte Tempel auf faire Art und Weise verglichen werden. Bis heute fehlte dafür eine verläßliche, wissenschaftliche Methode. Aber jetzt präsentiert sagesex den neuen Volkssport Temple Tasting. Denn nur der Geschmack kann die Qualität eines Tempels sicher entscheiden. Und nur Qualität bringt Spaß.
1. Angkor Wat
Beginnen wir mit dem angeblich besten und größten Tempel der Welt. Wo soll man da anfangen zu probieren? Um einen möglichst akkuraten Vergleich der Tempel zu gewährleisten, entschieden wir uns für ein Ornament, das in allen von uns getesteten Tempeln vorkommt. Und zwar das, was nach meinem fachmännischen Urteil das lohnendste Geschmackserlebnis bieten würde. So fiel in letzter Minute der heiße Kandidat Löwenarsch gegen die Brust einer Apsara (Tempeltänzerin) durch. Schließlich verpflichtet uns unser Name.
Aber wie schmeckt nun Angkor Wat? Tadellos! Sanft und rund am Gaumen, fast unmerkliche Widerlichkeit, kaum Brocken, Sand oder Verwesung. Klar und wohldefiniert. Erstaunlich nach 800 Jahren. Diesen Tempel kann man tatsächlich jedem ernsthaften Tempeltaster nur empfehlen. Aber ist das schon alles? Was kann die Konkurrenz?
2. Ta Prohm
Dieser verfallene Urwaldtempel ist ein perfektes Sinnbild für die Vergänglichkeit allen Seins. Andreas Gryphius hätte seine helle Freude daran. Vielleicht ist er auch so beliebt, weil hier Tomb Raider gedreht wurde. Aber wie schmeckt er nun? Erstaunlich – der Geschmack gibt tatsächlich den Verfall perfekt wieder! Widerlichkeit und Ranzigkeit, sowie der bröckelnde Sandstein hinterlassen einen unangenehmen, staubig alten Nachgeschmack auf der Zunge. Die optimale Genußzeit für diesen Tempel ist ganz klar abgelaufen. Nur noch etwas für begeisterte Kenner und Freunde ungepflegten Alters.
3. Phnom Krom
Pnohm Krohm ist der Außenseiter in unserem Tempelgeschmackstest. Es liegt nicht im Angkor-Park selbst, sondern auf einem Hügel auf der anderen Seite von Siem Reap. Deshalb bietet es einen bezaubernden Blick auf den riesigen Tonle Sap-See und den Sonnenuntergang. Auch der Tempel selbst ist originell und majestätisch. Aber wir sind ja nicht wegen der Aussicht hier. Äußerliche Schönheit ist überall. Auf den Geschmack kommt es an.
Die riesigen Schimmelflecken auf der einzigen noch nicht gestohlenen Apsara des Tempels lassen nichts gutes erwarten. Tatsächlich ist die Widerlichkeit dieser Brust enorm. Sandig und altbacken liegt sie auf der Zunge, und ich war froh, den Nachgeschmack wieder los zu werden. Pfui Teufel! Dieser Tempel taugt geschmacklich gar nichts.
Ergebnis
Das Sagesex Angkor Tempel Tasting ergibt ein eindeutiges Bild: Der Ruhm von Angkor Wat ist gerechtfertigt. So sauber und frisch schmeckt kein anderer Tempel. Während Ta Prohm für Freunde des Verfalls noch eine Spezialität darstellen dürfte, ist Pnohm Krohm nur perversen Schimmelliebhabern zu empfehlen. Wie gut, daß wir dafür keinen Eintritt bezahlt haben. Leider haben wir es versäumt, Bayon zu probieren, den zentralen Tempel, der mir in Sachen Heiligkeit klar vorne zu liegen scheint. Falls jemand von Euch mal dazu kommt, freuen wir uns über einen Geschmacksbericht.
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