Über Überfluß
Gerade haben wir Denise wiedergetroffen. Denise ist Irin. Wir hatten sie in HCMCs lustiger Expatszene kennengelernt. Als wir heute in Mui Ne in einen x-beliebigen unter den tausenden Bussen einstiegen, die jeden Tag nach Norden fahren, war sie plötzlich wieder da. Gestern hatte Julian zwei andere Expats in Mui Ne wiedergetroffen, mit denen er ein paar Tage vorher noch in HCMC gesoffen hatte. Vorgestern aber passierte das größte Wunder: Als wir uns des heldenhaften 35. Jahrestags der Befreiung von Saigon wegen einmal um 9 aus dem Bett quälten, sang ich den herrlichen Schlager Wunder gibt es immer wieder. In der Tat: Als ich die Treppe zum Wohnzimmer unserer Herbergsoma herunterging, saßen da plötzlich Caroline und Anne-Laure, die zwei Französinnen, die wir einst in Rattanakiri, Kambodscha, dem offiziellen Ende der Welt, kennengelernt hatten. Unter den tausenden Herbergen in dieser Stadt hatten sie tatsächlich das einzige andere Zimmer neben unserem bei der Oma gemietet. Sie wohnten schon Tage da. Nur unser grundverschiedener Schlafrhythmus hatte uns voneinander ferngehalten.
Was wollen uns diese ganzen Wunder sagen? Abgesehen von der Erkenntnis, daß der Travellertrail in Vietnam wohl so schmal wie das Land selbst ist, sagt es mir eine Menge über den Überfluß im Universum: Die Welt ist ein gutartiger Ort für den, der im Überfluß lebt. Überfluß ist ein rein mentaler Zustand. Der Punkt ist, daß wir diese wunderbaren Menschen gehen lassen hatten, sie nicht festgehalten haben. Gerade deswegen kommen sie zu uns zurück. Das ist die Natur des Überflusses: Wenn wir nur entspannt und überzeugt sind, daß es stets genug von allem für uns gibt, dann ist das auch so. Das gilt für Freunde, Liebe, Sex, Geld, oder auch Bücher:
Eine weitere Besonderheit des Travellerlebens ist es, oft Zeit und Lust zum Lesen zu haben. Was in Travellerländern zu einer sehr spezifischen Nischenindustrie geführt hat, die Bücher ankauft, kopiert und verkauft. Ich lese zur Zeit so viel wie wohl noch nie in meinem Leben und habe mir angewöhnt, fertig gelesene Bücher einfach dem Universum zurückzugeben. Anstatt sie zu horten und zu verkaufen oder einzutauschen lasse ich sie einfach irgendwo liegen oder verschenke sie. Auf diese Weise muß ich weniger schleppen, und diese Überflußmentalität führt auch dazu, daß das Universum mir so viele Bücher nachwirft, daß ich sie gar nicht alle lesen kann (und ich lese viel!): Ständig bekomme ich wunderbare Werke in Herbergen, Kneipen oder dem Internet geschenkt. Manchmal kaufe ich auch welche, um auch in Sachen Geld meinen Überfluß sicherzustellen.
Das ist übrigens auch ein Grund, warum man uns manchmal vorwirft, wir würden zu wenig über Sex schreiben, wo es doch in unserem Namen vorkommt: Ich bin inzwischen der Überzeugung, es ist etwas dran an dem alten Spruch: Wer am meisten über Sex spricht, hat am wenigsten. Es ist wie überall: Die Reichen werden reicher. Wenn man über etwas gar nicht reden muß, weil man sicher ist, immer genug zu bekommen; wenn man das Gefühl hat, daß man anderen gerne etwas von seinem Überfluß abgeben möchte – dann hat man tatsächlich stets genug. Das heißt nicht, daß man nichts tun sollte, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Das ist eine andere, praktische Ebene. Man sollte sich nur auf der emotionalen Ebene von diesem praktischen Tun nicht einreden lassen, man hätte nicht schon längst genug.
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Da hat gerade jemand ziemlich treffend das urchristliche Verständnis von ,,Eigentum” reflektiert!
Geben und gegeben bekommen, yo!
netter post,..die Sichtweise gefällt mir
in Sachen Geld verhalte ich mich eh schon so, allerdings werd ich zu Monatsende stets wieder in die andere Realität zurückgeholt
Also entweder mach ich etwas komplett falsch, oder die Überflussmentalität lässt sich praktisch nicht bei materiellen Dingen anwenden.. hmm
nochwas..@gaudi, kannste mir mal deine email schicken?
also ich persönlich empfehle ja die ultracoole adresse julian (daslustigeatzeichen) sagesex.com.
[...] and go. That you don’t have to force them. In its core this way of thinking is very similar to abundance mentality, even leading into the direction of enlightenment. A big piece of wisdom that you can put into [...]
[...] Wrapping things up is Sagesex who says the world is a benevolent place for those who live in abundance. Learn the ins and outs of this strategy by reading About Abundance. [...]