The Bangkok Strange Street Food Series 2: Krasses

Geschrieben von julian am 23. Februar 2010

Wer kann schon widerstehen wenn eine Thaimama am Straßenrand
undefinierbaren Brei und Suppe in Plastiktüten anbietet? Also ich
bestimmt nicht – zum Glück! Denn der Tüteneintopf, auf unserem Bild
ganz hinten, erweist sich als echter Glücksgriff und 20 Baht ist er
alle Male wert. Aufgeregt über sein zauberhaftes Aussehen taufen wir
ihn spontan “Krasses”.  Glücklich mit unserem Fund gehen wir also die
Straße entlang, in der Hoffnung der brühend heiße Beutel erreiche bald
Esstemperatur.

Crass stuff stall, Bangkok

Crass stuff stall, Bangkok


Unter einer anheimelnden Straßenbrücke finden wir auch
bald eine Sitzgelegenheit und beschließen, dass es soweit
ist. Erstaunlicherweise behält die Tüte ihre Form als ich den
Verschluss löse und hineingreife, um ein Stück Zucchini
herauszuziehen. Ich denke an Ratatouille auf Thai, doch die grüne
Masse ist flüssiger und schon die Zucchini höllisch scharf. Stefan
probiert und verteilt einiges davon auf dem Boden. Eine Gruppe von
jungen Thais, die scheinbar einfach an der gegenüberliegenden
Straßenecke rumhängen, aber dabei unheimlich wichtig aussehen, sind
sichtbar amüsiert von unserer Show. Schließlich kämpft sich einer von
ihnen durch den tosenden Verkehr, der uns zu allen Seiten umgibt. Er
begutachtet unsere Tüte und nickt anerkennend.  Selbstverständlich
spricht er kein Wort Englisch.

Eating crass stuff from a plastic bag

Eating crass stuff from a plastic bag

Mit freundlichen Gesten geleitet er uns über die Straße und eine
halsbrecherische Planke über einem Abwasserkanal zu einem Imbissstand
mit einem kleinen Tisch. Nach einem kurzen Wortwechsel mit dem
Besitzer bringt er uns einen Teller und zwei Löffel. Er deutet auf ein
Fass Wasser mit einer Tasse. Wie sich bald herausstellt brauchen wir
das auch dringend, denn “Krasses” ist das mit Abstand schärfste,
das wir beide je gegessen haben. Auf den Teller gegeben tritt noch so
manche Köstlichkeit aus der grünen Suppe hervor, wie – neben kiloweise
Thaichilli – Wurzelgemüse und halbe, makrelenartige Fische aus der örtlichen
Müllhalde, die die Einheimischen einen Fluss nennen.

A plate of crass stuff

A plate of crass stuff

Auf den letzten Bissen beginnt mein Gesicht zu kribbeln, mein Mund
verbrennt und mir wird schwindelig. Stefan sagt, mein Kopf sieht aus
wie ein roter Luftballon.

Balloon face after eating crass stuff

Balloon face after eating crass stuff

Zeit für etwas Wasser und was Süßes. Die
meisten Suppen hier haben wir nachgewürzt, doch diese hat uns
geschafft. So lecker “Krasses” auch sein mag – und das war es
wirklich – nicht ohne nötige Sicherheitsmaßnahmen, wie etwas zum
Nachessen und ausgiebiges Schärfetraining, zu genießen. Wir bedanken
uns freundlich und gehen in Schmerzen unseres Weges.

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23Feb

4 Antworten zu “The Bangkok Strange Street Food Series 2: Krasses”

  1. Vrousnvroun sagt:

    mmmmm crass stuff und furchtbar lustiges balloon face :D

  2. Thomas S. sagt:

    Hallo Weltreisende,
    wir verfolgen Eure Tour mit Interesse und wünschen Euch viel Spass und (nicht nur) neue kulinarische Erfahrungen. Wir haben gerade einige übele Wetterkapriolen erfolgreich überstanden und warten auf das Frühlingserwachen auf Madeira. Also dann – haltet Euch wacker und nicht so viel Krasses essen!
    Thomas

  3. Alex sagt:

    Guys you are crazy. But it’s goot to see you alive ;-)

    All over you both looks like a little thinner. May be the good thai food. lol

    Take care

    Alex

  4. karo sagt:

    haha :D balloon face after eating crass stuff. that’s so good, my new personal phrase of the month!

    greets from australia (not that far away actually)
    have fun
    karou.

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